Leseprobe

Autorin: Mirjam Barner 2019

1. Kapitel

Bruno wacht von einem lauten Geräusch des Weckers auf, denkt er jedenfalls. „Hm, irgendwie klingt es anders als sonst. Hat Herrchen vielleicht einen neuen Klingelton eingestellt? Seltsam ist auch, dass weder Herrchen, noch Frauchen den Wecker ausstellen“, sagt Bruno verwundert zu sich selbst. Mirjam, Brunos Frauchen ist auch wach geworden, sie zieht sich ihren Morgenmantel an und geht nach unten in die Küche. Bruno folgt ihr polternd die Treppe hinunter.

Er sieht, dass Frauchen die Vordertür öffnet und nach draußen geht. „Was ist denn los, du bist doch noch nicht richtig angezogen Frauchen“. “Ja, das stimmt, aber ich möchte mal nachschauen, woher das Geräusch gekommen ist“, antwortet Frauchen.

Sie schaut in den großen Baum, der vor dem Haus steht. Da, dass Geräusch von eben. Es ist sehr laut und außergewöhnlich! Bruno sieht etwas Buntes im Baum sitzen. Es ist blau, gelb und orange. „Oh, ist der schön! Wo mag der nur herkommen“, hört er Frauchen sagen. Bruno weiß noch immer nicht, was genau da im Baum ist. Er will gerade wieder ins Haus gehen, da sieht er ihn fliegen. So einen wundersamen Vogel hatte er noch nie zuvor gesehen.

Er beobachtet ihn noch kurz, bis er verschwunden ist, dann legt er sich auf die Fußmatte. Es könnte ja sein, dass der Vogel nochmal wieder- kommt. Es vergehen ungefähr 10 Minuten, dann kommt Frauchen mit einem Brötchen für Bruno. „Hier Bruno, dein Frühstück, lass es dir schmecken“. Er schnappt es sich, legt es vor seine Pfoten, klappt es auf und leckt erst einmal die leckere Leberwurst herunter. Plötzlich kommt der Vogel um die Ecke, er ist blitzschnell. Er schnappt sich eine Hälfte des Brötchens und schon ist er wieder weg. Bruno konnte gar nicht so schnell reagieren. Er staunte nur und war nun noch neugieriger darauf herauszufinden, wer dieses Flugobjekt war.

Als er den Rest seines Frühstücks aufgefressen hat, läuft er hinüber zu Boris, der war aber nirgendwo zu sehen ist.

Bruno bellt laut, dann geht die Katzenklappe in der Tür auf und Boris steht vor ihm. „Was ist denn los“, fragt Boris überrascht. „Ich, ich bin eben einem unverschämten Vogel begegnet, der hat mir einfach mein halbes Brötchen geklaut!“, antwortet Bruno ihm voller Entsetzen. Boris fängt an zu lachen. „Ein Vogel, der dir das Brötchen klaut, na das muss aber ein besonders mutiger Vogel sein!“ Ja ein besonders unverschämter“ erwidert Bruno trotzig. Die Beiden liegen noch eine Weile in der Garageneinfahrt und entschließen sich dann, in das Wäldchen, auf dem Berg zu gehen.

Wenige Minuten, nachdem sie dort ankommen, raschelt es im Baum.

Bruno und Boris horchen auf und sehen ihn wieder, den frechen Ausreißer. „So, den schnappe ich mir jetzt“, sagt Boris entschlossen. Er versucht den Baum hinauf zu klettern. Eh er sich versieht, fliegt ihm der Vogel entgegen und Boris fällt hinunter. Gut, dass er noch nicht so hoch- geklettert ist. Boris landet auf seinem Popo. „Autsch, wie gut, dass ich so viel Sitzfleisch habe“, ruft Boris. Der Vogel fliegt zu Bruno, piekst ihm noch kurz mit seinem Schnabel in den Rücken und schwups ist er wieder verschwunden. „Das ist ja ungeheuerlich“, sagt Bruno wütend. „Das dürfen, wir uns nicht gefallen lassen“, findet auch Boris! Sie legen sich auf die Lauer. Die nächsten zwei Stunden passiert jedoch nichts. „Komm, wir machen es uns bei dir im Garten auf der Hängematte bequem, irgendwann wird er schon auftauchen“, sagt Boris hoffnungsvoll. Dann schlafen sie ein. „Bruno“ hören sie jemanden schreien und fallen dabei fast aus der Hängematte. „Wer hat da gerufen“, fragt Boris etwas unsicher. „Keine Ahnung“, antwortet Bruno. Beide kennen die Stimme nicht. Dann ertönt es wieder Bruno!“ Es klingt so, als käme es auch der Richtung, des kleinen Berges. Sie gehen und schauen nach. Alles ruhig hier und keiner zu sehen. Komisch! „Bruno, du alter Stinker“, ruft jemand. Da vorne im Kirschbaum hockt er.

Boris sieht ihn zuerst und rennt hin. Es ist der Vogel! „Fangt mich doch, fangt mich doch“, ruft er frech, er weiß ganz genau, dass weder Bruno, noch Boris ihn fangen können, solange er hoch genug auf dem Baum ist. Der Vogel schnappt sich noch eine Kirsche und fliegt vergnügt über den Köpfen der beiden in Richtung des Dorf Supermarktes. Einige Stunden später, liegt Bruno zuhause auf dem Sofa und hört, wie jemand die Haustür aufschließt. Es ist sein Herrchen Mathias. Bruno springt vom Sofa herunter und rennt zur Tür, um ihn zu begrüßen. „Hallo Herrchen, man bin ich froh, dass du zuhause bist“, sagt Bruno erleichtert. Endlich kann er mit Herrchen schmusen.

„Ja, ich bin auch sehr froh, bei dir zu sein“, antwortet Mathias ihm liebevoll und fängt an, Bruno kurz zu streicheln.

„Oh, ich muss noch den Einkauf wegstellen“, sagt Herrchen, stellt seine Tasche an die Seite und räumt die Lebensmittel, die er zuvor eingekauft hat in den Kühlschrank. Brunos Lieblingsfleischwurst ist auch dabei.

Das Wichtigste was Bruno sah, waren jedoch die Bratwürstchen. Bruno wusste, heute Abend wird gegrillt! „Bekomme ich heute zwei?“, fragt Bruno. Jedes Mal, wenn Herrchen und Frauchen grillen, bekommt Bruno eine Bratwurst. „Wenn du schön brav bist“, antwortet Mathias. Bruno kann es kaum abwarten, ihm läuft schon das Wasser im Munde zusammen. Hoffentlich kommt Frauchen auch gleich nachhause, damit wir mit dem Grillen anfangen können, dachte Bruno sich.

Kurz darauf hört Bruno ein Auto auf den Hof fahren. Er erkannte Frauchens Auto schon am Geräusch des Motors. „Jippie, dass Rudel ist komplett, dann kann es ja gleich losgehen“, sagt Bruno voller Vorfreude. Er begrüßt sein Frauchen und rennt wieder auf die Terrasse. Herrchen sitzt am Tisch und Frauchen kommt raus. „Ich muss dir unbedingt was erzählen“, sagt er zu Mirjam. Er erzählt ihr, dass eben im Supermarkt das absolute Caos herrschte. Ein Papagei sei in den Markt geflogen, habe einer Frau die Perücke vom Kopf gezogen, Dosen umgeschmissen und zu guter Letzt noch auf das Band an der Kasse gekackt.

Bruno konnte kaum glauben, was er da hörte. Mathias und Mirjam kommen aus dem Lachen kaum noch raus. Bruno findet das Ganze nicht wirklich witzig, aber jetzt weiß er endlich, was für eine Art Vogel der Blödmann ist.

Mathias bereitet den Grill vor und legt die Würstchen darauf. Mirjam deckt inzwischen den Tisch. Als die Würstchen fast fertig sind und sie essen können, bemerkt Bruno plötzlich etwas Buntes in der Hecke. Der Papagei!!

Bruno will auf keinen Fall, dass dieser sich die Würstchen vom Grill schnappt.

Herrchen und Frauchen sind beide kurz im Haus. Eh Bruno sich versieht, fliegt der Papagei im Turbogang auf den Grill zu. „Neeeiiin!“ schreit Bruno voller Panik, während er versucht den Grill zu schützen und schmeißt ihn dabei um. Der Papagei haut sofort ab. Mathias kommt raus, sieht den umgeschmissenen Grill und Bruno. Er glaubt, dass Bruno wiedermal zu gierig war und sich die Würstchen vom Grill klauen wollte.

Mathias ist ziemlich wütend auf Bruno und schickt ihn aufs Sofa. „Du bekommst heute nichts mehr, außer deinem Trockenfutter, mein Freund. Auf Leckerlies brauchst du auch nicht zu hoffen“, sagt Mathias mit strenger Stimme. „Aber“, versucht Bruno sich zu verteidigen! nichts aber, ich will heute nichts mehr von dir hören“, Bruno ist stinksauer. Seit der Papagei hier aufgetaucht ist, ist es mit dem Frieden in Potsdam-Eiche vorbei, denkt er sich. Er musste einen Weg finden, diesen verrückten Vogel einzufangen und ihn loswerden. Nach Draußen durfte Bruno heute nicht mehr, also musste er auf morgen früh warten, um dann Boris alles zu erzählen und einen Plan zu schmieden.

Bruno schläft in dieser Nacht sehr unruhig! Er hat seltsame Träume von einer Schar Papageien, die über Eiche fliegen, alle tyrannisieren und letztendlich alle Hunde und Katzen vertreiben. Als er morgens aufwacht, ist er sehr erleichtert, dass er nur geträumt hatte.

Nachdem Bruno sein Frühstück aufgefressen hat und den letzten Schmatzer von sich gibt, kommt Boris in den Garten spaziert. Bruno freut sich riesig, konnte er doch kaum erwarten, Boris zu erzählen, was er gestern Abend noch erlebt hatte. Boris hört gespannt zu. Während Bruno erzählt, hat Boris eine Idee.

„Du hast doch eine alte Freundin, die Liesl heißt und sehr weise ist“, sagt er. „Ja, das stimmt!“ brummt Bruno.

Boris schlägt vor, Liesl zu Rate zu ziehen. Gesagt, getan! Am Nachmittag bringt Brunos Herrchen ihn zu Liesl. Sie kommt ihm schon schwanzwedelnd auf dem Parkplatz entgegen. „Hallo Bruno, schön, dass du mich mal wieder besuchst“, sagt sie, mit weicher und freudiger Stimme. „Ja, es ist auch schön, dich wieder zu sehen“, antwortet Bruno ihr mit freudiger Erwartung. Beide legen sich auf die Terrasse, in den Schatten und Bruno berichtet ihr von seinem Problem, dem Papagei. Er muss ganz schön laut sprechen, damit Liesl ihn überhaupt hört, sie ist nämlich eine alte Dalmatiner Hundedame und hört mittlerweile ziemlich schlecht. Liesl hat auch schon einen Plan! „Wie wäre es, wenn wir den Papagei in euren Gartenschuppen locken und sobald er hineingeflogen ist, ganz schnell die Tür hinter ihm zuschmeißen, dann ist er gefangen.“

„Dein Plan ist wiedermal genial.“ „Du bist einfach die Beste!“ sagt Bruno. Die beiden stehen auf und gehen zum kleinen Bach, der am Haus entlang fließt. Sie stehen am Ufer, schlabbern etwas von dem erfrischenden Wasser und entschließen sich dann in den
Bach zu springen um sich ein wenig zu erfrischen. „Hast du das gesehen?“ fragt Liesl.

„Was meinst du?“ antwortet Bruno geschockt. „Da vorne im Baum schimmert es gelb, blau und grün“, „Wo denn?“. Bruno ist irritiert. Das ist doch wohl nicht etwa der Papagei! Er schaut Liesl an und die hat plötzlich so ein breites Grinsen im Gesicht. „Ich habe dich nur veräppelt!“ So verunsichert habe ich dich ja noch nie erlebt“, sagt sie. Bruno geht wieder ans Ufer und Liesl trottet hinterher.

Wieder im Haus angekommen, bringt Liesls Frauchen Renate ihnen ein paar Leckerlies. Die beiden legen sich damit aufs Sofa und genießen den Schmaus.

Dann klingelt es an der Tür. Es ist die Nachbarin. „Ich bin gerade einem bunten Vogel begegnet, den habe ich hier in der Gegend noch nie gesehen. Ich ging die Straße entlang und hörte, wie jemand nach mir pfiff. Erst dachte ich, es ist wieder der Alte, der zwei Straßen weiter wohnt. Als ich mich jedoch umdrehte, sah ich, dass es ein Vogel war. Ich wollte ihn mitnehmen, aber er ließ sich nicht fangen und ist weggeflogen“, erzählt sie. Ist der Papagei doch hier? Bruno fühlt sich verfolgt. Ist ihm der Frechdachs etwa hinterher geflogen? Bruno versucht den Gedanken zu verdrängen und holt lieber Liesls Ball, um mit ihr zu spielen. Sie toben im Wohnzimmer herum, bis sie von Liesls Frauchen nach Draußen geschickt werden. Da kommt auch schon Mathias um die Ecke, um Bruno abzuholen.

„Tschüss Liesl, vielleicht sehen wir uns morgen“, sagt Bruno hoffnungsvoll. „Ja, schauen wir mal, eventuell komme ich vorbei und wir beseitigen gemeinsam dein Problem“, antwortet sie und zwinkert dabei mit ihrem linken Auge.

Als Bruno nachhause kommt ist der Schuh, den er Frauchen geklaut hatte aus dem Versteck verschwunden, in das er ihn gelegt hatte. Er hatte ihn versteckt, weil sie ihn gestern Abend vom Sofa gejagt hatte. Sie mochte nicht, wenn er sich auf ihren Platz legte. Hat Frauchen den Schuh gefunden, oder war es der Papagei?

Bruno geht ins Haus und guckt, ob er den Schuh irgendwo entdecken kann. Er schaut im Hausflur, oben im Schlafzimmer, im Bad, aber nirgendwo ist er zu finden. Dann kommt Frauchen nachhause.

Sie zieht ihre Sandalen aus und öffnet den Schuhschrank. Bruno hört, dass sie etwas vor sich her brummelt. Sucht sie vielleicht etwas? Dann kommt sie barfuß ins Wohnzimmer und legt sich auf die Couch.

Herrchen macht währenddessen Brunos Fresschen fertig und stellt es ihm in den Garten.

Bruno weiß immer noch nicht, ob der Papagei da war, oder nicht. Als Bruno fast fertig ist mit fressen, hört er eine kratzige Stimme rufen: „Bruno, ein schönes Versteck hast du da ausgesucht!“ Bruno hebt den Kopf und schaut sich um.

Niemand zu sehen, aber er erkennt die Stimme sofort und weiß nun, dass es tatsächlich der Papagei war, der Frauchens Hausschuh aus dem Versteck genommen hat. Es wird höchste Zeit, dass wir Liesls Plan umsetzen, denkt sich Bruno und geht zurück ins Haus, damit ihn der Vogel nicht weiter nerven kann. Er fragt sich allerdings, wo der Schuh ist und wie er ihn wiederbeschaffen kann, bevor Frauchen anfängt zu suchen und sich wundert, dass er nirgends zu finden ist. Sie kennt Bruno gut und weiß, dass er für das Verschwinden von Schuhen im Haus verantwortlich ist. Bruno will nicht schon wieder Ärger bekommen!

Er geht zurück in den Garten und schaut überall nach. Nichts! „Ok, dann schaue ich jetzt mal auf dem Berg nach“, sagt Bruno zu sich selbst und siehe da, im Gebüsch, wo er sich gerne aufhält, findet er den Schuh. Er atmet beruhigt auf. Puh, zum Glück hat keiner etwas bemerkt. Er stellt den Schuh einfach im Schlafzimmer ab und legt sich anschließend auf sein Deckchen im Wohnzimmer. Kurze Zeit später schläft er ein. Doch lange schlafen, kann er nicht. Sein Kopf ist voll, mit viel zu viel Gedanken, als das er schlafen könnte. Er will Liesls Idee jetzt in die Tat umsetzen.

Bruno geht in den Garten und legt eine Wurst in den Gartenschuppen. Er bekommt mit, dass ihn der Papagei dabei beobachtet. Danach geht er schnell hinüber zu Boris. „Boris, du musst schnell mitkommen.“ Die beiden legen sich an die Terrassentür und haben den Schuppen gut im Blick. Tatsächlich, es funktioniert! Der Papagei macht sich schon auf den Weg zur Wurst. Dann bleibt er kurz stehen, um zu schauen, ob ihn jemand beobachtet. Zum Glück hat er Bruno und Boris nicht gesehen. Er fliegt in den Schuppen hinein. Blitzschnell rennt Bruno dorthin und schon schnappt die Falle zu!

„Hurra!!“. Es hat geklappt. „Was soll das, lasst mich sofort hier raus, ihr Idioten, das ist Freiheitsberaubung“, dass werdet ihr noch bereuen!“ hören sie den Papagei schreien. Bruno dreht sich im Kreis herum, und freut sich, wie ein Kind zu Weihnachten. „Haha, der eingebildete Vogel ist ja blöder, als ich dachte“, sagt Boris und macht einen Salto in der Luft.

Jetzt müssen sie nur noch darauf warten, dass Herrchen oder Frauchen den Schuppen öffnen, den Vogel in einen Käfig sperren und ihn zurück zu seinem Besitzer bringen.“

Frauchen Mirjam kommt gerade vom Einkaufen zurück, als sie Schreie aus dem Garten hört. Hilfe!! Ich werde euch mit meinem Schnabel das Fell rausziehen ihr Spinner! Tönt es aus dem Gartenschuppen. Bruno sieht, dass sie einen Zettel in der Hand hält. Mirjam geht zu Bruno und zeigt ihm den Zettel. Es ist ein Foto vom Papagei darauf. Alles scheint nach Plan zu laufen!

„Kann es sein, dass die Schreie von dem entflohenen Papagei stammen? Fragt sie Bruno. „Ja!“, antwortet er. Sie ruft Herrchen an, der kommt sofort nachhause und bringt einen Käfig mit.

Beide gehen gemeinsam zum Schuppen, sie haben Handschuhe an und ihre Motorradhelme auf, damit ihnen der Vogel nicht ins Gesicht oder auf den Kopf pieken und kacken kann. Dann öffnen sie vorsichtig die Tür, Mathias schnappt sich den Papagei. „Hey, lass mich los oder ich hacke dir mit meinem Schnabel in die Hand“, krächzt er. Mathias lässt sich davon nicht beindrucken. „Durch meine Handschuhe kommst du nicht durch Bürschchen“, erwidert er nur und setzt ihn in den Käfig. Frauchen greift zum Telefon und ruft den Besitzer vom Papagei an. „Ja, hallo, wir haben ihren Vogel gefunden, sie können ihn bei uns abholen“. Ein wenig später klingelt es an der Tür.

Bruno und Boris rennen sofort nach vorne, sie sind neugierig, wem der freche Vogel gehört. Es steht ein alter Mann, mit langen weißen Haaren und Bart vor der Tür. Er sieht ein wenig so aus, wie der Weihnachtsmann. Frauchen begrüßt ihn und führt ihn zum Schuppen, wo der Käfig noch immer steht. Dem Mann kommen die Tränen. „Ich bin ja so glücklich, dass ich meinen Franzi wieder bei mir habe, er ist das Einzige, was mir noch geblieben ist!“, schluchzt er und hat Tränen in den Augen. „Hallo mein Dickerchen“, sagt der Papagei. Der alte Mann fängt an zu Lachen. „Hier sind 200 Euro Finderlohn und vielen Dank nochmal! „200 Euro, das ist aber sehr großzügig von Ihnen.“ „Mein Franzi ist unbezahlbar“, erwidert der Mann, springt ins Auto und düst mit quietschenden Reifen davon.

„Endlich ist der Blödmann Vogel weg“, schnauft Bruno und gibt Boris high five.

„Man, was für ein aufregender Tag, ich muss jetzt aber leider nachhause“, ich fahre doch morgen in den Urlaub, nach Italien, vielleicht bringe ich dir ja `ne Pizza mit“, sagt Boris lachend.

Bruno schmeißt sich auf sein Deckchen und schläft glücklich ein.